Internetandacht - Pastor Heibutzki

. Arme habt ihr allezeit bei euch... Mk 14,3-9
Ich weiß von meiner Oma, wie sie von Kriege und Flucht und Angst und Hunger erzählt hat – und eben von Armut und Not. Diese schmerzlichen Erlebnisse haben sie ihr ganzes Leben begleitet. Ich bin nie arm gewesen. Ja, manchmal war das Geld knapp. Und ich erinnere mich daran, dass meine Frau und ich nicht wussten, wie wir eine neue Spülmaschine bezahlen sollten, als die alte kaputt gegangen war. Und wie froh wir waren, als ein Nachbar geholfen und die alte wieder repariert hat. Aber Armut ist doch etwas ganz anderes. Essen hatten wir immer reichlich.
Jetzt in diesen Tagen wenden sich Menschen an mich mit der Bitte um Unterstützung: Bei der aktuellen Kontaktsperre musste auch die Tafel schließen und wenn man „normal“ einkaufen gehen muss, und auf Sozialhilfe angewiesen ist, dann kommt man nicht weit. Keine Frage, da helfen wir als Kirchengemeinde. Jetzt war Klopapier-Alarm. Wir hatten nicht aufgepasst. Zum Glück konnten wir noch eine Packung ergattern. Ohne Klopapier, das ist misslich. Aber ohne Essen, wenn alle Regale leer sind und es keine Nudeln mehr gibt? Da denkt man: So sicher ist unsere Welt mit all dem Überfluss gar nicht. Mangel und Armut ist auf einmal wieder denkbar.
„Arme habt ihr allezeit bei euch...“, Jesus hat das gesagt. Es geht um die Geschichte seiner Salbung. Jesus war in Jerusalem und seine Feinde machten mobil, um ihn zu fangen und unschädlich zu machen. Da kam diese Frau zu ihm und hat seine Füße mit kostbarem Nardenöl gesalbt. Und die Jünger sahen das und sagten: Was für eine Verschwendung. Man hätte dieses Öl für 300 Silbergroschen verkaufen können – ein ganzer Jahreslohn eines Arbeiters. Und man hätte dieses Geld verwenden können, um den Armen zu helfen. Jesus nimmt die Frau in Schutz. Sie hat ihn aus Liebe gesalbt. Sie hat ihn auf sein Leiden und Sterben hin gesalbt. Sie hat ihn als den Gottessohn und Heiland gesalbt. Sind wir auch bereit, unser Herz, unsere Liebe, unsere Schätze Jesus zu schenken.
Armut ist bitter und hart. Aber eine Welt ohne Liebe, Hoffnung und Glauben ist noch viel ärmer. Sie erst führt auch zu materieller Armut. Man hört immer wieder Stimmen, die unsere Regierung wegen ihrer Erlasse kritisieren und die wirtschaftlichen Folgen hervorheben. Jedoch: Um der Liebe und des Lebens willen sind diese Maßnahmen gerechtfertigt.
Und im Übrigen dürfen und sollen unser Vertrauen auf Gott setzen und ihn bitten: Unser täglich Brot gib uns heute. Halte deine schützende und bewahrende Hand über uns, über Land und Stadt, über unsere Lieben.
Pastor Gerd Heibutzki

Wann

Veranstalter

Volker Rosenfeld
04761-5650